Mein Debutalbum «Für Jegi gägä Bulle», das ich mit meinen treuen Freunden und Rapkollegen Rusty und Cartman produziert habe, repräsentiert eine vergangene Ära unserer Jugend. Die ausschliesslich gestohlenen Hip-Hop-Beats erzeugen eine düstere Grundatmosphäre, die unsere kreativen und überspitzten Anti-Bullen-Punchlines musikalisch unterstreichen. Mit der expliziten Darstellung von Alkoholmissbrauch und militanten Gewaltphantasien bekunden wir unseren pubertären Freigeist, sowie die offensichtliche Abneigung gegenüber der Polizei. 

 

Das gewagte Albumkonzept legte eine ideale Voraussetzung für die Gestaltung meiner ersten Raptexte. Auf «FJGB» konnte ich mich auf einer humoristischen aber durchaus authentischen Art und Weise austoben, ohne dabei ein Blatt vor den Mund nehmen zu müssen. Die Verherrlichung von Hass und Gewalt, ist durch Nicht-Identifikation mit den profitorientierten Werten unserer Gesellschaft sowie den daraus folgenden Konsequenzen zu erklären. Die überzeichnete Anti-Polizei-Attitüde wird in einer gelungenen Raptechnik vorgeführt und diverse Textpassagen zaubern mir bis heute ein Lächeln übers Gesicht. 

 

Nach der Veröffentlichung von «FJGB» habe ich mir vorgenommen, den Weg als Solokünstler einzuschlagen. Dazu habe ich es für notwendig empfunden, das Fundament meiner Rapanfängen zu verlassen und persönlicheres Terrain zu betreten.

 

Mit meiner ersten Solo-EP «Am Rad dräiht» habe ich einen gewaltigen Schritt nach vorne gemacht. Sie steht für eine Zeit des persönlichen Wandels und beleuchtet die in mir bestehenden Widersprüchlichkeiten, denen ich auf 20 minütiger Spiellänge den Kampf ansage. Auf «ARD» offenbare ich meine politischen Überzeugungen, wie den Wert sozialer Gerechtigkeit oder des Naturschutzes und gleichzeitig meine Unfähigkeit meinen Idealen durch entsprechende Taten gerecht zu werden. 

 

Das Gefühl, im Leben nicht voran zu kommen, begründet die bedrückte Stimmung der EP. Sie wird jedoch vom Lichtblick begleitet, den Teufelskreis durch bestimmte Handlungen durchstossen zu können. Sich im Kreis zu bewegen ist für niemanden schön. Seit ich jedoch mein Leben vermehrt auf Rap konzentriere, steigt das erfüllende Gefühl in mir, eine klare Marschroute zu verfolgen, stetig an.

 

Mittlerweile habe ich das Ziel verinnerlicht, die Kunstfigur Walter Nice in der CH-Rapszene zu etablieren. Dabei bin ich stets darauf bedacht echte Gefühle, Überzeugungen und Träume mit meinem Publikum zu teilen. Angetrieben werde ich von der Motivation, meine Musik stetig zu verbessern, meine Identität zu profilieren und den behandelten Teufelskreis auf «ARD» langfristig zu meiden. Ich verstehe mich als Repräsentant meines Quartiers, der Länggasse (3012) und natürlich als Bestandteil der internationalen Rap- und Hip-Hop-Historie.